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Du befindest dich in der Kategorie: Kaninchengeschreibsel Donnerstag, 21. September 2006
Das weiße Karnickel des Todes
Weiße Wintersprossen wie ein Hauch von Neuschnee auf ihrem Gesicht. Die Augen wasserfarben, mal klar - mal trüb, gefrieren und lassen mich erstarren. Ich erzittere mit all meinem Körper, mit jedem Haar und jedem Trieb; mir ist wohl kalt, doch ich spüre es nicht. Frosthauch, ihre Stimme. Farblose Wolken strömen aus ihr, zu mir, mich einzunebeln, einzuweben wie in das eisige Netz einer Schneespinne. Die Zähne blenden mich, so weiß, ich bedecke meine Augen. Doch ist es nur das Licht der Kältesonne, welches sich wie in einem Eiskristall spiegelt, mir entgegen, mir zu schaden und mich wirr zu machen. Allein, ich lasse meine Sinne nicht narren, zersprenge die Täuschung und erleuchte Stalagmiten und Stalagtiten aus Eis, getarnt als Zähne, diese spitzen Beißwerkzeuge. Kalter Schweiß auf meiner Stirn. Und eine einzige flüssige Träne aus ihrem Auge: Warm, salzig, eine Spur nach sich ziehend wie ein Feuerkäfer in der Winterlandschaft, die ihr Körper darstellt. Ein Fremder in einer Welt aus Eis und Schnee, verheerend: brennend, zerstörend, am Ende aber unterlegen, unter Schneelawinen begraben. So auch die Träne, sie hat das Kinn erreicht - und alles was von ihrer schönen Kraft übrig geblieben ist: Ein gefrorener Tropfen, bald nicht mehr von denen des Regens unterscheidbar; in ihrem hübschen Angesicht -mir zum Spiegelbild- nur noch eine weitere Wintersprosse. Wie ich, in meiner letzten Betrachtung erfroren, legt sie sich in den Kälteschlaf, wohlwissend eines Tages in einer Welt aufzutauen, die uns verbrennt und in der nichts geblieben ist von der glasklaren Schönheit meiner weinenden Liebsten.
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