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Du befindest dich in der Kategorie: Kaninchengeschreibsel Donnerstag, 09. November 2006
Kaninchenkind
Ich lasse deinen Kopf sich drehen, mit nur einer einzigen neuen Welt. Ich erschaffe sie aus dem was du sagst, was du schmeckst und was du heimlich an den Feind weiterverrätst. Dein Kind, deine Bewusstseinslücken, deine Schreie. Ich will nicht wissen was es gibt! Verrate deine lückenlose Ignoranz an andere. Ich will nicht mehr wissen wen es gibt. Verrate mich an das Überbleibsel aus längst vergangener Abendshow. Vertrete dir die Beine mit deinen neuen Füßen. ICH will nichts mehr wissen. Nicht wie du mir heimlich Vorwürfe machst, nicht wie du alles tötest was dir in den Weg kommt: Meine Lebenslust, meine Standhaftigkeit, anderer Leute gute Laune, oder das Reh... plattgewalzt von den unglaublichen Massen deiner autoreifengleichen Trittflächen. Erschlage mich wie es mit dem Warndreieck, lass uns gut sein. Lass mich meinen Weg machen in den tiefen Untergrund. Wo einem einsamen Herrscher seine Krone gestohlen wurde. Wo ich mit dreckigen Liedern die Zeit ausfüllen kann. Mehr und mehr. Länger und länger zu erlangen den einen Schuss: Furcht. Jetzt. Zwischen den Gesteinsbrocken verblasster Menschheitsgeschichte, vergraulte Vergangenheit. Du, bekannt für deine unaufhörliche Frage nach dem Ende des Fortwährenden, führ' mich hinab. Oder stoße mich. Oder dreh dich um, damit ich laufen kann! Laufen für die Traumwerkstatt: Gummipuppen und Lutscher. Lass mich in das Innere. In MEIN Inneres. Ich will nicht wissen was du hast. Lass mich allein. Ich kann nicht mal mehr schreien, nein, nicht ein Schrei entspringt der Quelle meiner Musik. Sag nicht nein zu meinen Wünschen, ich weiß du kannst sie teilen. Du konntest es, einst, als wir zusammen im Fluss des Herzens schwammen, als wir beide fürchteten was es zu wissen bald nicht mehr gibt. Und du sagst: "Du, du kleines Wesen. DU magst so gerne deine eigene Musik. Und nichts anderes. Dein Auftritt ist nichts weiter als endlos wiederholbare Selbstbefriedigung. Dazu sage ich nur NEIN! Nur dieses eine Wort. Einfach so. Lebe doch deine Musik, strebe nach ihrem Wesen. Und verlange nicht von mir Rythmus in dein kaputtes Wachbewusstsein zu schieben. Die Zeit war schon immer mein Feind, das weißt du. Gleichzeitig auch mein Geliebter, meine Familie und mein gestohlenes Statussymbol an die alte Großvateruhr. Und wenn du, in deinem endlosen Rausch, zwischen zurückgetretenen Endorphinschocks, in einem kleinen Moment des Überlebens, wieder zur Klarheit kommst, alle anderen erkennst und weißt was für immer ist... So kommt die Erinnerung zurück, dass ich nicht der Vampir in den Schränken deiner Abgründe bin, nicht deine langweilige Ehefrau, auch nicht dein dummes Gewissen, sondern schlicht und einfach die Wahrheit zwischen den Zeilen: Ich bin du - und die Trennung unserer Gesamtheit ist nichts als der Wunsch einer altbekannten Sache, sich endlich in einem neuen Gewand begriffsstutzig zu machen." Wir spielten Stein, Schere, Papier - und alles was uns blieb war der alte Wandschrank mit seinem dunklen Inneren, von dort aus verschließbar, für immer. Ich will nicht mehr wissen was ich alles gewesen wäre!
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