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Du befindest dich in der Kategorie: Kaninchengeschreibsel Donnerstag, 30. November 2006
Angsthasen
Letzter Tag auf Erden. Bewusstseinsspaltung.
Zeitungsingenieure trotz seelisch verinnerlichter cineastischer Korrektheit arbeitsfrei. Keine letzten Schlagzeilen, kein letztes Programm. Keine Flimmerbilder mehr, keine Schallwellenmusik dringt an das Ohr. Kein Strom. Kein Wasser. Kein Bedarf. Nur du und ich. Und alle anderen auch: Nur sie und einander.
Vergewaltigung und Mord. Geheime Gelüste gewinnen die Oberhand. Triebe wachsen aus dem Inneren hervor, brechen ans Tageslicht und spotten Recht und Ordnung. Doch kein Empören kann sich mehr regen. Keine Rache, kein Vergeltungsschlag. Keine Präventivmaßnahmen mehr. Die Notwendigkeit ist tot. Auch die stets diskutierten Suchterzeuger entfallen unerwartet häufig. Niemand wundert sich.
Überall bildet sich Zweiheit. Das Individuum explodiert und verglüht schließlich zu zwei Teilen. Wir zwei. Ablehnung der Natursehnsucht. Nur noch Menschen, Gemeinsamkeiten, Taktgefühl und Entgegnung. Immer als Paar, nie alleingestellt. Der Hunger: Bedeutungslos. Der Stress: Abhanden. Der Krieg: Zu langwierig.
Mitten zwischen zwei unlängst sich ignorierenden Todfeinden erblickt unser Erlöser die Szenerie aus Chaos, Unordnung und Akzeptanz. Dieser Tanz, diese eine Bewegung, zieht sich und blickt zu ihm zurück.
"Was ist das eine große Geschöpf das in dir wohnt? Woher kommt es? Was will es von dir, wenn es nicht gerade deine Innereien verschlingt? Wo ist die Bedeutungsebene deiner gelb erleuchteten Aura?"
"Und wer dringt fortwährend in seinen Kreislauf ein? Ist die Antwort in sich das perpetuum mobile einer längst vergessenen Zeit? Hat Prometheus das Feuer wirklich den Menschen gebracht oder vielmehr ihren Angstphantasien?"
"Stirbst du, wenn dein Ba-Körper sich von dir trennt? Oder kehrst du wieder zurück zu Staub und Asche. Zu der großen Wolke, die alles erdrückt. Wird die Wiedergeburt dieses Mal anders?
Du kannst uns alle retten. Du bist der Mensch der keine Brücken mehr überqueren muss. In jedem großen Sturm taucht ein großer Mann wie du auf. Mit keiner einzigen Alternative als seine riesigen Hände zu erheben über das verschwindende Land. Aber deine Hände sind nicht rot. Kein Geld, kein Schlaf, keine Versammlung braucht er um eins zu werden mit seinem Selbstrespekt. Ein Insekt, aus Schlamm geboren, mit grünem Schatten und gelben Rotwildaugen. Du bist, - hast die Kraft uns neues Leben zu schenken und zu verwirklichen. Du kannst es aufhalten und stoppen. Du siehst es in deinen Albträumen: Das Ziel deiner Kopfsucht. Gebannt auf Bildschirme: Du bist ein katastrophaler Mann, ein gescheiterter Gott, ein verwunschener Engelsträumer. Du kannst... immer... und du kannst deinen Willen bestimmen. Also?"
"Nur das Chaos bringt die Liebe. Sieh dich um. Sie leben. Weil sie sterben. Die Hässlichen klopfen nicht mehr an die Tür der Gerichtsbarkeit. Ich lasse ihre Wärme hinein.
Hörst du das Donnern? Siehst du den Lichtblitz?
Mein Fleisch schält sich vor meinen Augen. Sicher hätte ich die Möglichkeit Möglichkeiten zu erschaffen, aber nie zuvor hat ein großer Mann das Ausmaß seiner Taten erblicken dürfen. Ich verzichte auf die Freiheit den Willen zu bestimmen... meine Freunde sind schon längst gegangen, und so auch du, in diesem Moment des Einlasses.
Es ist aus, ich sitze alleine hier und klopfe an alte Türen. Dieser eine Tag war es wert, vernichtet zu werden. Und unbemerkt blieb mein Abgang.
Doch hätte auch nur einer von ihnen meine Möglichkeiten begriffen, er hätte sie mir genommen. Wie ich."
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