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Du befindest dich in der Kategorie: Kaninchenbau Dienstag, 20. Februar 2007
Morgenstund hat Gold im Mund.
Ich bin schon wach, lange vor dem Aufwachen. Deshalb ist alles gegenwärtig, das Erinnern kommt nicht erst schubweise, ich weiß noch alles. Da sind viele Dinge, die meisten sind unangenehm und von einigen werde ich behaupten, mich nicht mehr erinnern zu können. Es ist 6:40 Uhr, mir geht es nicht gut, mir ist schwindelig und mein Gehirn fühlt sich an als wäre es eingeschlafen. Mein Magen ist auch nicht glücklich. Wie lange liege ich hier schon? Als ich ins Bett gefallen bin, glaube ich, zeigte die Uhr 18:35 Uhr an. Ich hatte einen Eimer umklammert, der steht jetzt irgendwo neben mir. Bestimmt kommt ein unangenehmer Geruch aus seinem Inneren; glücklicherweise nehme ich das nicht wahr. Ich taste nach dem Lichtschalter, finde ihn nicht, strecke mich, huste, erwische ihn, bin geblendet. Ich schließe meine Augen, aber es hilft nichts. Ich werde aufstehen müssen, liege hier ja schon lange genug. Irgendwann öffne ich die Augen wieder und irgendwann schlage ich die Bettdecke zurück. Meine Füße patschen auf den Boden, es ist kalt. Wie gewohnt greife ich nach meiner Uhr, ziehe sie an, dann das Haargummi. Ich greife in meine Haare, um sie zu bändigen. Noch bevor die Information in meinem Kopf angekommen ist, habe ich die Worte schon ausgesprochen: "Oh nein!" Meine Hände ertasten etwas Hartes, es klebt zwischen meinen Haaren, angewidert stürze ich ins Bad, kratze die Brocken heraus, oder versuche es zumindest. Getrocknete Kotze aber ist etwas Hartnäckiges, also lasse ich erst einmal davon ab, ich werde mich später darum kümmern. Erst will ich den Eimer entsorgen, also, seinen Inhalt, meine ich. Den schütte ich ins Waschbecken; ich weiß nicht wieso nicht ins Klo, ich bin wohl noch betrunken. Jedenfalls sehe ich ein paar unverdaute Nudeln in den Ausguss rutschen und denke mir: Ich habe doch garkeine Nudeln gegessen!? Leider habe ich keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, erst einmal muss ich jetzt die Klumpen aus meinen Haaren waschen und dann -ich hoffe bis dahin hat sich meine Würde noch nicht zurückgemeldet- werde ich versuchen am Leben zu bleiben, während ich mich dem unerfreulichen Dasein wieder hingebe. Letztlich wird diese Woche wie jede weitere in den nächsten Monaten, aber an diesem einen Tag kann ich sagen: Viel schlimmer wird's nicht, ich bin mit einer Mahlzeit im Haar aufgewacht.
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