Login / Verwaltung
Navigation
Kategorien
Kalender
Kaninchengänge
Kaninchenstall
|
Du befindest dich in der Kategorie: Kaninchenbau Montag, 18. Dezember 2006
Abschied
Ich existiere nicht mehr. Die wesentlichen Teile meines Selbst sind verschwunden. Denn sie werden nicht mehr gebraucht. Niemand benötigt mehr die vielen kleinen Eigenheiten, die ich hatte, wenn ich mit ihr alleine war. Da ist keine Verwendung mehr für das „private“ Ich. Denn was sich jetzt noch privat nennt ist nichts weiter als Einsamkeit. Einsam, ungesehen, funktioniere ich nur noch. Ich lebe nicht mehr. Da sind keine Selbstgespräche, da ist keine Selbstinszenierung, da ist nur das Vergehenlassen der Zeit. Wie ein Roboter, nur halb so effizient, friste ich mein Dasein.
Bis mir eines Tages jemand wieder erlauben wird, mein echtes Ich hervorzugraben, es abzustauben, um zu sehen ob es nicht doch noch für etwas zu gebrauchen ist.
Bis dahin: Adieu, Flori. es grüßt Florian
Sonntag, 17. Dezember 2006
Nichts gesehen....
Es ist 7:40 Uhr. Ich wache auf. Alleine.
Dann fällt mir wieder ein wieso und an welcher Stelle meines Lebens ich mich befinde. Ich bin hellwach. Kein entkommen vor der Wirklichkeit.
Positionswechsel: Auf die Couch. Warten.
Vor ein Uhr wird sicher nichts passieren. Sie wird noch schlafen. Kein Hoffen darauf dass sie meine Mail beantwortet, oder anruft. Nur warten.
Aber weshalb sollte sie anrufen? Was gibt es noch zu sagen?
Und was sollte sie auf meine Mail antworten? Ich habe ja nichts offen gelassen.
Kein Schlupfloch. Nichts. Wünschte ich ich hätte?
Die Zeit vergeht. Langsam. Ich warte auf der Couch, vor dem PC, vor dem Fernseher, vor dem Telefon. Nichts passiert.
Es ist 16:14 Uhr. Ich halte es nicht mehr aus. Fluchtartig verlasse ich die Wohnung. Draußen ist es angenehm kalt. Ich gehe die Auffahrt hinunter, richte meinen Zopf zurecht. Aus einem Fenster, an der gegenüberliegenden Straßenseite, sehen mich zwei Mädchen an, wohl in meinem Alter. Sie mustern mich. Ich winke. „Hallo.“ ruft eine. „Hallo.“ rufe ich zurück.
Ein anderer Mensch hätte sie sicher angesprochen, etwas getan. Aber das bin ich anscheinend nicht. Ich gehe weiter. Nach ein paar Metern ärgere ich mich.
Meine Schritte führen mich unweigerlich in ‚ihre’ Nähe. Ich denke an schönere Tage. An den Bahnschranken halte ich an. Hier ist nicht mehr mein Zuhause. Diese Stadt hat mir nichts mehr zu bieten. Ich gehe zurück.
Die zwei Mädchen sind nicht mehr da, alle Rollläden in diesem Haus sind heruntergelassen, kein Licht brennt. Eine vertane Chance?
Zuhause, oder was sich so nennt. Wieder am PC. Wieder ist nichts passiert. Kein Telefon, keine E-Mail. Ich könnte sie anrufen, schießt es mir durch den Kopf. Nein.
Aber doch, der Gedanke will nicht gehen. Einfach anrufen. Ohne Grund. Diese Möglichkeit brennt in mir, mein Herz schlägt schneller. Ich muss mit jemandem darüber reden. Mir wird nicht davon abgeraten, aber dann fällt der entscheidende Satz: Er ist wohl noch da. Natürlich. Was dachte ich auch? Sie waren im Gnoom, gestern. Schlagartig beruhigt sich mein Herz. Alle Lust mit ihr zu reden verpufft.
Ich will etwas tun, rufe Leute an, aber niemand ist da. Ich muss etwas tun. Nochmal spazieren? Mich mit einer Flasche Alkohol an den Rhein setzen?
Ja, das klingt gut. Vielleicht passiert so etwas.
Ich sage ich gehe spazieren und mache mich auf den Weg.
Im Plus. Ich stehe an der Kasse. Habe ich heute überhaupt etwas gegessen?
Ich sehe einen Arbeitskollegen an einem Regal. Er hat auch Sorgen, weiß ich. Ob wir uns heute zusammen den Kummer wegtrinken sollten? Er sieht mich nicht und ich werfe die Idee weg. Der Junge in der Schlange vor mir will der dicken hässlichen Kassiererin eine Blume schenken. Sie guckt mich (?) an und macht ein seltsames Geräusch, das wohl Belustigung ausdrücken soll.
Auf dem Weg zum Rhein. Ich habe schon die Bank im Sinn, auf die ich mich setzen will. Einige Meter vor mir läuft ein alter Mann mit braunem Mantel und Hut. Durchschnittsopa. Er dreht sich um, will wissen ob ich gefährlich bin, mit meiner Flasche in der Hand. Er kann sich nicht entscheiden, läuft aber weiter. Am Bootshaus bleibt er stehen, um ein Schild zu lesen. Ich laufe an ihm vorbei, spüre seine Erleichterung. Ich werde langsamer, drehe mich um und sage: „Abend.“
„Wollen wir ein Stück gemeinsam gehen?“ fragt er „Wenn immer einer hinter einem läuft kommt man sich komisch vor.“ „Ja.“ Sage ich „das kenne ich. Ich will aber bloß auf die Bank dort vorne.“ „Sie wollen hier doch nicht übernachten, oder?“ er siezt mich. „Nein.“ Antworte ich „ich habe bloß Liebeskummer.“ Er bleibt stehen. Entsetzt. „Sie sind doch noch so jung. Da muss man doch keinen Liebeskummer haben.“ Das würdige ich keiner Antwort. Ich zeige auf die Bank. „Also, da ist schon mein Ziel... Schönen Abend noch.“ Er schüttelt den Kopf und geht weiter, verschwindet in der Dunkelheit.
Ich sitze auf der Bank, allein. Im ersten Moment ist es ganz schön. Ich habe den Alkohol und laute Musik schreit aus meinen Kopfhörern, direkt in meine Gedanken hinein. Aber ich habe nichts über das ich nachdenken müsste. Alles ist gesagt, jede Entscheidung ist getroffen. Keine Zwickmühlen, keine Für und Wider abwägen. Alles ist klar. Unklar ist nur was ich mit meiner Zeit anfangen soll. Es wird langweilig. Und kalt. Der Alkohol wärmt nicht.
Nach einer Stunde gehe ich wieder.
Es ist 18 Uhr. Ich verlasse die Unterführung. Auf der anderen Straßenseite läuft jemand und mustert mich. Meine Augen sind aber zu schlecht um ihn erkennen zu können. Ich komme näher. Ich erkenne Sertac. Wie lange ist das her, seit ich ihn das letzte Mal sah? In welcher Klasse ist er von der Schule abgegangen? Besonders gut leiden konnte ich ihn nicht, glaube ich.
Aber er freut sich, mich zu sehen. Wir schütteln uns die Hände. „Was machst du?“ fragt er mich. Ich sage ihm dass ich kein Ziel habe und Liebeskummer mit Alkohol ertränken wollte. „Ah, Liebeskummer, das kenne ich, Florian. Der Liebe Gott hat es uns beiden schwer gemacht. Wir sind leider keine Schränke, nicht groß und muskulös. So muss man sein.“ Mir fällt auf dass er in der Tat nicht viel größer ist als ich. Früher war das anders. „Naja, ich habe auch kein Ziel. Zum ersten Mal seit Wochen will ich wieder raus. Ich war die ganze Zeit Zuhause bisher. Ja, ich bin seit einiger Zeit arbeitslos.“
Seltsam, denke ich. Er war immer schlecht in der Schule, viel zu faul um etwas zu machen. Dann die Drogen. Das Wort ‚Arbeitslosigkeit’ hing immer drohend über seinem Kopf, unheilverkündend. Und jetzt ist es da. Es ist genauso gekommen wie es jeder vorausgesehen hat. Und es geht leicht über die Lippen. Scheint nicht so schrecklich zu sein. Er lebt und ist guter Dinge.
Wir beschließen, gemeinsam nach Rüdesheim zu fahren.
In der Bushaltestelle haben wir eine halbe Stunde Wartezeit. Er erzählt mir von jemandem, der in Mainz Philosophie studiert und eine Arbeit über Nietzsche geschrieben hat. Sertac sagt er findet dass Nietzsche falsch verstanden wurde. Darüber muss ich schmunzeln und er versteht es als Lob. Währenddessen frage ich mich, was ich mir da eingebrockt habe. Eigentlich habe ich keine Lust mit ihm den Abend zu verbringen. Jetzt erzählt er dass er seit einem halben Jahr mit Rauchen aufgehört hat und auch keine Drogen mehr nimmt. Und ich überlege fieberhaft wie ich aus dieser Situation wieder herauskomme. Ich könnte einfach aufstehen und wegrennen. Es wäre egal, ich würde ihn nie mehr wiedersehen. Scheiß drauf, was er dann von mir denken würde.
Ich könnte auch einfach sagen ich müsse mal pinkeln, um die Ecke gehen und verschwinden.
Aber ich bin schon viel zu betrunken, ich bleibe einfach sitzen.
In Rüdesheim laufen wir erst ein wenig umher. Durch den Weihnachtsmarkt.
„Warum sind die Europäer immer so merkwürdig?“ fragt Sertac. Ich fange an zu dozieren über das was uns umtreibt, über die Lücke die wir in uns spüren und die wir auszufüllen versuchen mit Dingen wie Macht, Geld, Liebe – und vor allem (ich zeige auf die zahlreichen Buden und Stände um uns herum) mit Konsum! Dann fällt mir auf wie sehr ich genau das liebe, den Konsum. Ich sage es ihm und er stimmt mir freudig zu. Ein paar Meter weiter grüßt uns freundlich ein Weihnachtsmann. Ich bin überrascht. Diese Freundlichkeit habe ich an so einem Tag nicht erwartet.
Ein bekanntes Gesicht läuft mir über den Weg. Ich grüße sie, sie bleibt stehen. Sertac entfernt sich höflich. Sie weiß schon, dass es aus ist mit dem „Traumpaar“, wie sie sagt; dabei lächelt sie zynisch und ich frage mich was dieser Zynismus zu bedeuten hat. Die Neuigkeit unserer Trennung hat anscheinend schon die Runde gemacht, bevor ich selbst sie überhaupt verarbeiten konnte. Ansatzweise. Sie geht weiter und ich frage mich, ob es aufgefallen ist, dass ich so betrunken bin. Wahrscheinlich.
Sertac will ins Qu. Ich war noch nie da, lasse mich mitschleifen. Er kennt den Türsteher, sagt er. Tatsächlich: Freundschaftlich unterhält er sich mit dem bulligen Kerl in der schwarzen Jacke. Es kostet aber 4€ Eintritt und so viel hat Sertac nicht, also gehen wir wieder. Da hat auch seine Freundschaft nichts genützt.
Wir gehen in irgendeine Kneipe. Mir fällt auf dass ich nicht weiß in welche, also frage ich ihn leise. Er sagt mir den Namen und kurze Zeit später habe ich ihn wieder vergessen. Dort werde ich noch betrunkener. Ich bestelle einen ‚Fürst Bismarck’. Keine Ahnung was das ist. Klingt aber wichtig und gut. Die Kellnerin fragt mich ob ich ihn pur haben möchte. Ich sage „ja“ als wüsste ich was ich täte. Sertac trinkt ein Bier. Eine klare Flüssigkeit bekomme ich in einem kleinen Glas hingestellt. Ich rieche nicht dran, trinke sofort. Es ist scheußlich, schmeckt einfach nur nach Alkohol, kein Beigeschmack. Ich kippe es runter. Sertac erzählt mir begeistert dass er nicht Türke genannt werden will, sondern „Indogermane“. Ich tue das und quatsche etwas über Druiden und Kelten. Und über das Wasser des Lebens. Daraufhin trinken wir einen Aquavit.
Neben uns sitzen zwei Mädchen und unterhalten sich. Wir verstehen ihre Sprache nicht, verstehen nicht einmal welche Sprache das ist. Irgendwann werden sie angesprochen. Eine von beiden ist tatsächlich hübsch. Sie sind Schweizerinnen, die Überraschung ist groß. Ich murmle etwas davon dass ich mal Verwandte aus der Schweiz hatte. Sie fragen wo. Aus der Nähe von Luzern, sage ich und stelle fest dass ich viel zu betrunken bin um solch eine Unterhaltung zu führen. Also klinke ich mich aus und bestelle ein Wasser. Davon wird mir schlecht.
Die Schweizerinnen gehen irgendwann. Müssen ein Schiff erreichen, was ich, sogar mit vollem Kopf, für eine Ausrede halte.
Inzwischen ist es nach elf Uhr und das Gnoom hat auf. Wir gehen dort hin und ich frage mich wieso. Lege ich es darauf an, sie zu treffen? War das die ganze Zeit schon mein Plan?
Als wir ankommen ist sie nicht da. Ich stelle fest dass ich erleichtert bin. Wir gehen kurz rein, nur ein paar gesichtslose Gäste. Mir geht es gar nicht gut. Ich gehe raus und setze mich auf eine Treppe, lehne mich gegen eine Glasvitrine. Wo ist Sertac?
Ich will warten, bis sich vor meinen Augen nichts mehr dreht. Aber das passiert nicht.
Irgendwann läuft mein indogermanischer Freund an mir vorbei. Er sieht mich nicht. Ich habe keine Lust ihn auf mich aufmerksam zu machen. Mir ist immer noch übel und ich wundere mich warum meine Haare offen sind.
Ich gehe.
Gewiss würden noch Busse oder Züge fahren, aber ich laufe. Und auf dem Weg nach Hause merke ich, dass dieser belanglose Abend genau so ist wie ich: Er muss festgehalten werden, sonst ist er bedeutungslos. Mich selbst kann ich nicht festhalten, ihn aber schon, beschließe ich.
Zuhause angekommen treffe ich meine Mutter. Sie schaut mich besorgt an. Mir fällt ein, dass ich ihr gesagt habe ich ginge nur kurz spazieren.
Ich lege mich in mein Bett und diese Geschichte endet ohne Pointe, denn nichts was echt ist läuft auf irgendetwas hinaus.
Montag, 11. Dezember 2006
Was du siehst....
Wenn mein Vogelküken flügge wird und wegfliegt kann ich mich auch noch so sehr verbiegen: um ihr zu folgen fehlt mir die Grundlegende Vorraussetzung: Ich habe keine Flügel. Und sie kann mir nicht zeigen wie man sich welche wachsen lässt. Bin eben nur ein Mensch, so sehr ich auch wünsche. Flieg, meine Schöne. Und schau nicht zurück; es würde dir nicht gefallen was du siehst.
Mittwoch, 06. Dezember 2006
Kaninchengrübel
Ich sehe meine Zukunft an mir vorrüberziehen. Und sie gefällt mir nicht. Für eine Veränderung braucht man immer Alternativen. Und die sehe ich nicht. Irgendwie ist das alles Mist; ich frage mich wer dafür verantwortlich ist. Und wenn wirklich ich das bin, dann verstehe ich nicht wie man überhaupt irgendetwas richtig machen kann. Gibt es das überhaupt? Gibt es richtiges Entscheiden? Und wenn nicht, was wahrscheinlich ist, sind dann Selbstvorwürfe überhaupt noch angebracht? Ist es dann nicht zwecklos sich über irgendetwas anderes zu ärgern als über die Wirklichkeit an sich?
Freitag, 20. Oktober 2006
Kaninchenüberdruss
Was denn noch? Jetzt bekommen wir zwei Zivis in der Bodenkunde auch noch elektronische Stechkarten. Dann ist nix mehr mit später kommen und früher gehen. Und warum? Werden wir Zivis nicht nach Tagen bezahlt und ist es da nicht so tragisch, wenn wir mal eine halbe Stunde früher gehen? Wenn wir mit unseren Aufgaben fertig sind, weil wir so flotte Superzivis sind, muss es da sein dass wir noch bis Dienstschluss rumsitzen und gammeln, anstatt sinnvoll die Zeit in den Feierabend zu investieren? Wie soll ich das im Winter schaffen, wenn ich morgens nicht mehr mit dem Rad runterrollen kann, sondern laufen muss? Und wer kauft mir jetzt ein Eis? Zivi Nummer eins bestimmt nicht, der ist immer Pleite. Was auch sonst, bei dem Hungerlohn für den wir unseren Rücken kaputt machen?! Und dann das ganze Ausmaß: Kann nicht immer Freitag sein? Heute war trödeln angesagt. Zu zweit Eimer mit Dest. Wasser volllaufen lassen, die Muffins der Praktikantin wegfuttern, grausam zu Tieren sein. Und dann 15min. früher gehen, ein letztes Mal. Ein Hoch auf das Muffeln, Mörsern und Stößeln. Und auf das Kalaidoskob bleichgesichtiger Studenten und Doktoranten im Angesicht der ersten Versuchsreihen im unbekannten und ungewohnten Labortrakt des Bodenkundegebäudes Nummer eins. Noch sieben Monate.
Montag, 18. September 2006
Das Versetzungskaninchen
"Juchhu, juchhu, juchhe, der Flori tanzt im Schnee." -Zitat eines Unbeteiligten Ich selbst bin zitierbar mit diesem Satz: Nach mir die Sintflut und vor mir die Forschungsanstalt! Morgen habe ich meinen letzten Tag im Altenheim; es bleibt zu hoffen dass ich nicht in diesen letzten Stunden irgendwie um 50 Jahre altere und dort hängen bleibe, oder so. Puh, geschafft; will man meinen. Doch noch ist nicht aller Tage Mittwoch! Wer weiß was noch kommt. Trotzdem: Zuversicht, meinerseits. Und wenn alle Stricke reißen, wie der nette Dozent aus der Zivildienstschule meinte: "1-2 mal versetzen ist okeh." D.h.: Ich hab noch einmal :D
Donnerstag, 14. September 2006
Aufbruchsstimmung im Hasenstall
Wetzlar. Und ich. Morgen. Ja, morgen ist Abfahrt, heute der alkoholabstrakte letzte Abend. Und immer noch keine Nachricht aus meiner Dienststelle, dafür lautstarke PC Nachbarn, nerv, aktion frei für die Baader-Meinhof Bande, bitte schnell. Nervbande. Chinanudeln sind ausgegangen, heute gab's McDonald's, dafür fast den Unterricht verpasst. Heimkehr fraglich, Zugverbindung? Geld? Geduld? Schlussendlich ist mir sogar Comic Sans ausgegangen und ich schlurfe stets allein mich wundernd durch das makellose Irrgartengehäuse kleinbürgerlicher Zivildienstschulen. Herr Dr. Gameboy Advance ist leider ausgegangen: Ladeteil vergessen. Dann das ganze Spektrum: Kartenspielen, lesen, träumen, warten. Und manchmal einfach nur alles sein lassen. Mein Buch ist gut, immerhin, Panikattacken halten sich stark in Grenzen, Senta(sehn)sucht tötet mich langsam und qualvoll. Dafür aber, zuletzt, als faulwurfähnliches Fazit, die Begegnung, die kleine Freude im immerhin sehr faulen und auch nicht uninteressanten, dafür aber stark vereinsamenden Lehrgangsalltag, das Schild: KNORZ - Bürozubehör. Kein Scheiß, kein Witz. Aber auch kein vernünftiges Schlusswort. Dafür hier nochmal, zuletzt: Ohnesorg war auch kein Ork. (wo wir beim Thema Rollenspiel wären, an dessen Mangel ich hier leide. Allein das spontane, motivierte, essensvernichtende Sportmonster -mein Gegenstück, praktisch- wusste etwas damit anzufangen. Ergo mit Fantasylektüre. Im Gegensatz etwa zu meinem Zimmergenossen, der sich letztens zwei Ausgaben Sport-Bild kaufte und -ich war dabei- eine halbe Stunde darin las. Die Zeitungen liegen inzwischen im Müll. Jetzt hört er iPod, wie immer.) Nazit: Alles Faschisten, diese Zivis; alles langhaarige Hippies, diese Floris. Ahoi, ihr Zivilmatrrrosen.
Dienstag, 12. September 2006
Lehrgangshase
Wetzlar. Und ich. Jetzt. Und der Stevan. Allerdings in einem anderen Lehrgang (2 Wochen), daher kaum Kontakt. Das Essen macht Sorgen, Ausweichpläne erwünscht. Verlegenheitslösung: Chinanudeln aus Pappkarton, Glückskeks, Plastikgabel. Nett. Dann das gesamte Spektrum: Zivis, Freizeitpädagogen, keine hübschen Frauen (keine Senta), einlagiges Klopapier, Zivicafé, mein Buch, Richtlinien, die RAF und viele Treppen. Wetzlar hingegen ist hübsch, teilweise, verwinkelt, alt, Nebengassen, Nebennebengassen, viele kleine Buchläden. Soweit. Ahoi.
Donnerstag, 07. September 2006
Das Schwarze Karnickel des Todes
RatCon, übrigens. Ein Gedicht aus den Händen einer praktisch unbeteiligten Person beschreibt eigentlich schon lückenfüllend dieses Ereignis. Trotzdem aber, aus Schreibwut, jetzt nochmal ich: Ich im Zug, ich in Dortmund, ich in ich. Mein langhehegter Traum platzte schon auf der Anreise: Kein Rollenspiel während der Zugfahrt. Dafür Gespräche. Viele Gespräche. Bis alles gesagt war und die Rückfahrt schweigend schlafend verlief. Die RatCon ist klein. Kleiner als die Erwartungen. Das Programm ist irgendwie spurlos an mir vorrüber gegangen. Keine Vorlesungen, keine Aktionen, keine sauberen Toiletten. Abwesenheit der Anwesenheit oder Unwissenheit des Anwenders? Frage bleibt ungeklärt. Dafür zivile Preise für zivile Dienstleistende und auch für den Rest. Doch leider: Pommes labbrig, nicht gut. Später dann Burger King. Keine zivilen Preise, dafür aber Bauch voll. Atmosphäre aufdrehen: Durch einen langen Schulkorridor, vorbei an Tischgruppen. Wortfetzen. "Der Halb Ork spannt den Bogen.", "Deine TP geht nicht über meinen Rüstungsschutz, ätsch.", "Also, der Schieber hat euch in einen dunklen Park gelockt.", etc. Musik für das phantastische Gehirn, an jeder Ecke ein neues Abenteuer, in jedem Kopf eine neue Welt. Warum nicht immer so? Erst verwundert, später (also jetzt) nur bereut: Eine Ablehnung verteilt an einen Fremden. Unbekanntes System zu spielen angeboten. Steckten aber in eigenem. Dann der Provokator: "Für DSA bin ich noch nicht müde genug." Dreimal gesagt, keinmal drauf eingegangen. Einfach nur höflich nein gesagt und verabschiedet. Nächstes Mal absolutes: Ja. Die Nacht dann unerquicklich: Schritte, Stimmen, Witze, Unbehagen und irgendwann... der Morgen. Unerfreulich wie immer. Alle genervt, alles verratzt. Gestern noch für genial befunden, heute nur noch albern: Die anderen Besucher, keine Freaks sondern Idioten, keine kleinen Ich-Ikonen mit Sternen in den Augen und Geschichten in den Gedanken sondern Menschen mit Hobbies und Sendebewusstsein zur Anerkennung durch die eigenen Brillengläser. Am Ende nur verlacht, nicht standhaltend. Wieder hin? Ja. - Und nicht wieder gehen ohne nicht mindestens an einem multiparallelen Abenteuer oder einer fremden Gruppe teilgenommen zu haben. Hugh.
Kaninchenfrustrationsriegel - kostenlos
Heute ist aller Tage Ende. Meine Zeit im Altersheim will nicht enden. Höhepunkte wie viel zu hohe Erwartungen nach zwei Tagen arbeit (alle Namen kennen; wissen wer Gabel und wer Löffel kriegt, wer Diabetiker und wer Anreichpatient ist); verschiedene Aufträge von verschiedenen Personen mit verschiedenen Vorstellungen von Prioritäten, zur gleichen Zeit; der Geruch nach menschlichen Exkrementen; alte Menschen auf Toilettenstühlen; nackte alte Menschen im Bett; passiertes Essen; noch mehr unangenehme Gerüche; Windeln; Erbrochenes; der Ekelbecher (alle Essensreste in einen Topf, kräftig umrühren.. hmmm); Stressmonster an jeder Ecke; weinende alte Frauen, denen man Pudding anreichen muss; ...diese Höhepunkte also glaubte ich schon hinter mich gebracht zu haben. Weit gefehlt. Im Schloss Monrepos hätte ich arbeiten können, in Kaffeepausen Jessi und Paul besuchen. Ich hätte wieder richtig essen und schlafen können, ohne Bilderflut an Widerlichkeiten, die mich ohne Schutzanzug umspülen, aufdass ich in einem Meer aus Alpdrücken ertrinke. Der Dienstflüchtige aus dem Bereich Bodenkunde hätte meine Erlösung sein können, doch hat die Bundesbürokratiebehörde herausgefunden, dass jemand der einfach nicht an seinem Dienstplatz erscheint, trotzdem der "Inhaber" dieses Platzes ist. Also: Kein freier Platz für mich; keine Zukunft die nicht nach Kot schmeckt. Vorbei. Versetzungsträume geplatzt. Was kommt nun auf mich zu? Der Antrag ist gestellt.... Am Ende naht dann doch die Versetzung nach Auswärts. Keine Heimschlaferlaubnis. Senta nur am Wochenende - und dann auch nur wenn sie nicht gerade arbeitet. Tod durch Wochenendbeziehung, frühzeitige Vergreisung durch Zivildepression. Und überall diese Nutzlosigkeit: In der Schule hat man wenigstens die Illusion man würde schlauer werden, je länger man dort erscheint, die eigenen Fähigkeiten würden zunehmen. Daher schlechtes Gewissen, wenn man mal fehlt. Dann die Gewissensbisse, ganz subtil und leise, auftretend während jeder Pause die man sich gönnt. Jede freie Minute mit dem Gedanken verbracht: Naja, eigentlich müsste man was tun. Schließlich ist bald Abi. Jaja. Nun ist es dagewesen, das Abi. Alles halb so wild. Die Freizeit ist jetzt wirklich frei, es gibt kein "eigentlich" mehr. Nur noch Zeit, die verbracht werden will. Kein Zwang zur Verbesserung. Kein Lerndruck. Kein schlechtes Gewissen mehr, wenn man eine Woche lang bis spät in die Nacht vorm PC sitzt. Aber auch keine Möglichkeit mehr. Der tägliche Zwang (früher Schule, heute Arbeit) ist wieder da. Und er hat sich verändert. Über allem die Frage nach dem Warum: Kein Ziel (Abi), kein Wissenszuwachs (man verdummt von Tag zu Tag, vergisst alles Gelernte)... und Geld? Bei einem Sold von unter 8€ pro Tag (also unter 1 pro Stunde) auch kein Grund sich zu bewegen. Eine Stunde Nachhilfe geben ist ergiebiger. Warum also? Na klar. Aus Zwang. Kein Entrinnen, keine Perspektiven, keine Lust, kein andres Bier, nur warten und nicht die Würde in der Kloschüssel ertränken.
Freitag, 18. August 2006
Das Schwarze Kanickel
Juchhu! Die seltsam riechenden alten Leute hinter mich lassend reise ich morgen zur RatCon! Und mit mir natürlich Mnortex, Darian, Phexor und Sellador!!! Wuhu.
Mittwoch, 05. Juli 2006
Kaninchengeschwafel
Dear Reader. In case you wondered why these times the Rabbit Hole's inhabitants are running around with crazy cylindric hats and funny teacups, crying for salt and vinegar... I asure my sincerest unawareness. Thus, I will ignore any complaints concerning this term. By the way, it is my righteous duty to declare my urgent departure to distand lands. Farewell.
Donnerstag, 29. Juni 2006
Kaninchenbildungselite II
ABIZELTEN! und viele Zecken
Dienstag, 20. Juni 2006
Kaninchenbildungselite
ABITUR!
sonst nichts
Freitag, 16. Juni 2006
Kaninchenpopularität
Juchhu, ich bin ganz oben! Gibt man bei Google "Kaninchenbau" ein, erscheint meine Homepage an dritter, das Weblog an neunter Stelle (von insgesammt 20300 Seiten). Ich bin populäääär...
| |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||