Was ich so mache, den lieben langen Tag
Nietzsche: Mitleiden und Verachten.
"Mitleiden äußern wird als ein Zeichen der Verachtung empfunden, weil man ersichtlich aufgehört hat, ein Gegenstand der Furcht zu sein, sobald einem Mitleiden erwiesen wird. Man ist unter das Niveau des Gleichgewichts hinabgesunken, während schon jenes der menschlichen Eitelkeit nicht genugtut, sondern erst das Hervorragen und Furchteinflößen der Seele das erwünschteste aller Gefühle gibt. Deshalb ist es ein Problem, wie die Schätzung des Mitleids aufgekommen ist, ebenso wie geklärt werden muss, warum jetzt der Uneigennützige gelobt wird: ursprünglich wird er verachtet oder als tückisch gefürchtet."
(1) Wenn man ein Gegenstand der Furcht ist, gibt man der Seele das erwünschteste aller Gefühle.
(2) Wenn man kein Gegenstand der Furcht ist, ist man entweder auf dem Nivaeu des Gleichgewichts oder unter dem Niveau des Gleichgewichts.
(3) Wenn man auf dem Niveau des Gleichgewichts ist, tut das der menschlichen Eitelkeit nicht genug.
(4) Wenn (I): (Wenn man ein Gegenstand der Furcht ist, gibt man der Seele das erwünschteste aller Gefühle.) und (II): (Wenn man kein Gegenstand der Furcht ist, ist man entweder auf dem Nivaeu des Gleichgewichts oder unter dem Niveau des Gleichgewichts.) und (III): (Wenn man auf dem Niveau des Gleichgewichts ist, tut das der menschlichen Eitelkeit nicht genug.), dann (Wenn man unter das Niveau des Gleichgewichts sinkt, dann schadet das der menschlichen Eitelkeit.).
---------Konjunktionseinführung auf 1,2,3 und Modus ponens auf 4
(5) Wenn man unter das Niveau des Gleichgewichts sinkt, dann schadet das der menschlichen Eitelkeit.
(6) Wenn etwas der menschlichen Eitelkeit schadet, wird es als Verachtung empfunden.
---------Transitivität der Subjunktion auf 5,6
(7) Wenn man unter das Niveau des Gleichgewichts sinkt, wird es als Verachtung empfunden.
(8) Wenn man Mitleid erwiesen bekommt, hört man auf, ein Gegenstand der Furcht zu sein.
(9) Wenn man man kein Gegenstand der Furcht ist, sinkt man unter das Niveau des Gleichgewichts.
---------Transitivität der Subjunktion auf 8,9
(10) Wenn man Mitleid erwiesen bekommt, dann sinkt man unter das Niveau des Gleichgewichts.
---------Transitivität der Subjunktion auf 7,10
(11) Wenn man Mitleid erwiesen bekommt, wird es als Verachtung empfunden.
(12) Wenn etwas als Verachtung empfunden wird, dann schätzt man es eigentlich nicht.
---------Transitivität der Subjunktion auf 11,12
(13) Wenn man Mitleid erwiesen bekommt, dann schätzt man es eigentlich nicht.
(14) Man schätzt Mitleid.
(15) Wenn (I): (Wenn man Mitleid erwiesen bekommt, dann schätzt man es eigentlich nicht.) und (II): (Man schätzt Mitleid.), dann ist es ein Problem, wie die Schätzung des Mitleids aufgekommen ist.
---------Konjunktionseinführung auf 13,14 und Modus ponens auf 15
(16) Es ist ein Problem, wie die Schätzung des Mitleids aufgekommen ist.
(17) Wer Mitleid erweist, ist uneigennützig.
(18) Wer uneigennützig ist, wird geschätzt.
--------- Transitivität der Subjunktion auf 17,18
(19) Wer Mitleid erweist, wird geschätzt.
---------Konjunktionseinführung auf 13, 19
(20) Wer Mitleid erweist, wird geschätzt und wenn man Mitleid erwiesen bekommt, schätzt man es eigentlich nicht.
(21) Wenn derjenige, der Mitleid erweist, geschätzt wird und wenn man es eigentlich nicht schätzt, Mitleid erwiesen zu bekommen, dann muss geklärt werden, wieso derjenige, der Mitleid erweist, geschätzt wird.
---------Modus Ponens auf 20,21 und Konjunktionseinführung auf 16
(22) Es ist ein Problem, wie die Schätzung des Mitleids aufgekommen ist und es muss geklärt werden, wieso derjenige, der Mitleid erweist, geschätzt wird.